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Fehlerhaft, aber unerbittlich: Schottland zeigt sich als Mannen mit Substanz

JA
Jack Turner
vor 3 Wochen7 Min. Lesezeit
An einem regengetränkten Abend in Nordfrankreich lieferte die schottische Fußballnationalmannschaft eine Leistung ab, die alles andere als perfekt, aber im Geiste nicht zu bemängeln war. Angesichts einer marokkanischen Mannschaft, die Schottland in den Anfangsminuten zu überrennen drohte, steckten die Spieler von Steve Clarke tief und zeigten eine Widerstandsfähigkeit, die zum Markenzeichen dieser Gruppe geworden ist. Das Spiel, ein Freundschaftsländerspiel mit hohem Tempo, handelte weniger vom Endergebnis als vielmehr vom Charakter einer Mannschaft, die auf der größten Bühne noch immer nach ihrer Identität sucht.Vom ersten Pfiff an setzte Marokko mit Intensität zu. Technische Klasse und Tempo bereiteten der schottischen Abwehr sofort Probleme. Die Atlas Lions, zu den afrikanischen Elite-Teams zählend, erspielten sich in den ersten zehn Minuten zwei klare Torchancen, die einen scharfen Reflex von Angus Gunn und eine verzweifelte Klärung auf der Linie durch Jack Hendry erforderten. Einen Moment lang sah es so aus, als könnte Schottland überrannt werden, das Mittelfeld von der Energie Sofyan Amrabats und der Kreativität Hakim Ziyechs überfordert. Doch Clarkes Männer absorbierten den Druck, zogen sich in eine kompakte Formation zurück, die ihre Gegner frustrierte. Die gezeigte Widerstandsfähigkeit war nicht das Ergebnis taktischen Genies, sondern schierem Willen, eine Weigerung, sich von einer technisch überlegenen Mannschaft einschüchtern zu lassen.Schottlands eigene Angriffsaktionen waren sporadisch, aber aussagekräftig. John McGinn, das Herzstück dieser Mannschaft, trieb den Ball zielstrebig nach vorne und verband das Mittelfeld mit dem Angriff. Seine Körperlichkeit und Entschlossenheit brachten die marokkanische Abwehr aus dem Konzept, und aus seinem cleveren Pass resultierte eine gute Parade des Torhüters gegen Che Adams. Die beste Phase der Gäste kam Mitte der ersten Halbzeit, als es ihnen gelang, Marokko für längere Zeit in die eigene Hälfte zurückzudrängen und eine Reihe von Eckbällen und Standardsituationen zu gewinnen. Doch der entscheidende Pass ließ sie zu oft im Stich, ein wiederkehrender Fehler, den Clarke dringend beheben muss. Zur Halbzeit stand es torlos, ein Beweis für Schottlands defensive Organisation, aber auch ein Spiegelbild ihrer Grenzen im letzten Drittel.Die zweite Halbzeit verlief nach einem ähnlichen Muster. Marokko dominierte weiterhin den Ballbesitz, ihre filigranen Passdreiecke schufen Raum auf den Flügeln, aber Schottlands Abwehrreihe, angeführt vom erfahrenen Grant Hanley, hielt stand. Die Einwechslung von Ryan Christie und Billy Gilmour brachte frische Energie in das Mittelfeld und ermöglichte es Schottland, höher zu pressen und Marokkos Rhythmus zu stören. Dies war eine taktische Anpassung, die sich auszahlte, da die Mannschaft begann, eigene Halbchancen herauszuspielen. Doch bei all ihrer Anstrengung blieb die Durchschlagskraft aus. Das Spiel plätscherte einem Patt entgegen, beide Mannschaften schienen zufrieden damit zu sein, eine Niederlage zu vermeiden, anstatt alles für den Sieg zu riskieren.Diese Leistung offenbarte jedoch, dass Schottland Rückgrat entwickelt hat, das früheren Generationen gefehlt hat. Unter Clarke hat die Mannschaft gelernt zu leiden, Druck zu absorbieren, ohne zu zerbrechen, und um jeden Ball zu kämpfen, als hinge ihr Leben davon ab. Dies ist keine Mannschaft, die mit Weltklasse-Talenten gesegnet ist; es ist eine Mannschaft, die auf kollektivem Einsatz und einem unerschütterlichen Glauben aneinander aufgebaut ist. Die Schwächen sind offensichtlich – ein Mangel an Kreativität im Zentrum, die Tendenz, zu tief zu stehen, und die Abhängigkeit von Standardsituationen für Tore –, aber die Substanz ist unbestreitbar. Gegen eine marokkanische Mannschaft, die das Halbfinale der Weltmeisterschaft erreichte, hielt Schottland mehr als dagegen.Mit Blick auf die Zukunft wird Clarke erheblichen Ansporn aus dieser Vorstellung ziehen. Angesichts der bevorstehenden Qualifikationsspiele zur EM 2024 hat der Trainer nun ein klareres Bild von den Fähigkeiten seines Kaders. Die hier gezeigte Widerstandsfähigkeit wird in Pflichtspielen, in denen Punkte rar sind und die Entscheidung oft im Detail liegt, von entscheidender Bedeutung sein. Die Herausforderung wird darin bestehen, diese defensive Solidität mit einem kohärenteren Angriffsplan zu verbinden. Schottland kann es sich nicht leisten, nur stur zu sein; sie müssen auch gefährlich sein. Doch wenn dieses Spiel eines bewiesen hat, dann ist es, dass diese Mannschaft nicht leicht zu schlagen sein wird. Sie sind vielleicht nicht immer schön anzusehen, aber sie sind unerbittlich. Und im internationalen Fußball zählt das sehr viel.
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