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Wissenschaft

Ende einer Ära: Gefeiertes Swift-Teleskop stürzt zur Erde, da NASA Wartungsplan aufgibt

ET
Ethan Brown
vor 1 Monat
Eines der produktivsten und gefeiertsten astrophysikalischen Observatorien der NASA befindet sich nun auf einer endgültigen, unumkehrbaren Flugbahn zur Erde. Die Behörde hat offiziell beschlossen, dass sie keine robotische Wartungsmission für das Neil Gehrels Swift Observatory verfolgen wird, ein ehrwürdiges Weltraumteleskop, das unser Verständnis der gewalttätigsten Explosionen im Kosmos revolutioniert hat. Die Entscheidung setzt effektiv die Uhr für den endgültigen und unkontrollierten Wiedereintritt des Satelliten in die Atmosphäre in Gang und markiert den Anfang vom Ende einer Mission, die ihre ursprüngliche Designlebensdauer bei weitem überdauert hat.Swift wurde 2004 gestartet und mit einem einzigen, agilen Zweck konzipiert: zur schnellen Erkennung und Untersuchung von Gammastrahlenausbrüchen (GRBs), flüchtigen, aber immens starken Lichtblitzen aus dem fernen Universum. Diese Ereignisse, die oft mit dem Kollaps massereicher Sterne oder der Verschmelzung von Neutronensternen assoziiert werden, sind die hellsten bekannten elektromagnetischen Ereignisse. Swifts einzigartiges Drei-Instrumenten-Design ermöglichte es ihm, sich in Sekundenschnelle zu drehen, um die verblassenden Nachleuchten dieser Ausbrüche über Röntgen-, Ultraviolett- und optische Wellenlängen einzufangen und eine Fundgrube an Daten bereitzustellen, die für mehr als 10.000 wissenschaftliche Arbeiten zentral waren. Sein Vermächtnis wurde 2017 zementiert, als es eine entscheidende Rolle bei der Beobachtung des Lichts einer Neutronensternverschmelzung spielte, die erstmals über Gravitationswellen nachgewiesen wurde und ein neues Zeitalter der Multi-Messenger-Astronomie einläutete.Trotz seines ruhmreichen Erfolgs zeigte das fast zwei Jahrzehnte alte Observatorium altersbedingt Abnutzungserscheinungen. Der Satellit ist auf eine Reihe von Reaktionsrädern angewiesen, im Wesentlichen rotierende Schwungräder, um sich mit der für astronomische Beobachtungen erforderlichen hohen Präzision auszurichten. Von den ursprünglichen sechs sind nur noch zwei voll funktionsfähig. Der Ausfall eines dritten Rades Anfang 2022 schickte das Observatorium in einen schützenden Sicherheitsmodus und beeinträchtigte seine Fähigkeit, sich schnell und präzise auf neue Ziele auszurichten, erheblich. Während es den Ingenieuren gelang, durch kreative Workarounds einige Funktionalitäten wiederherzustellen, waren die primären wissenschaftlichen Fähigkeiten des Observatoriums kritisch beeinträchtigt, was es auf einen vorab geplanten Beobachtungsplan anstatt auf seinen charakteristischen Schnellreaktionsmodus beschränkte.Angesichts der sich verschlechternden Gesundheit des Observatoriums erkundete die NASA eine neuartige und ehrgeizige Lösung: eine kommerzielle robotische Wartungsmission. Der Plan sah vor, möglicherweise ein privates Unternehmen zu beauftragen, ein robotisches Fahrzeug zu entsenden, um sich in der 585 Kilometer hohen Umlaufbahn mit Swift zu treffen. Die Mission hätte entweder einen Reparaturversuch durch Anbringen eines externen Moduls zur Unterstützung der Ausrichtung oder eine kontrollierte De-Orbitierung beinhalten können, um den Satelliten zu einem sicheren Ende über einem abgelegenen Abschnitt des Pazifischen Ozeans zu leiten. Eine solche Mission wäre ein Meilenstein-Testfall für das aufstrebende Feld der Wartung im Weltraum und des Trümermanagements gewesen. Nach einer gründlichen Überprüfung kam die Behörde jedoch zu dem Schluss, dass die Komplexität, die Kosten und die potenziellen Risiken eines solchen Unterfangens den verbleibenden wissenschaftlichen Wert des alternden Observatoriums überwiegen.Mit der Option auf Wartung vom Tisch unterliegt Swift nun den langsamen, aber unaufhaltsamen Kräften des Umlaufbahnverfalls. Der schwache Widerstand der oberen Erdatmosphäre wird den 1,5 Tonnen schweren Satelliten allmählich nach unten ziehen. Der genaue Zeitpunkt seines Absturzes ist schwer zu bestimmen, die Schätzungen reichen von bereits im nächsten Jahr bis Anfang der 2030er Jahre. Die Zeitachse wird stark von der Sonnenaktivität beeinflusst; mit zunehmendem aktuellen Sonnenzyklus dehnt sich die Atmosphäre aus, was den Widerstand erhöht und den Verfall von Satelliten im niedrigen Erdorbit beschleunigt. Das Orbital Debris Program Office der NASA wird Swifts Flugbahn genau beobachten, wenn sich seine Umlaufbahn senkt, um präzisere Vorhersagen für den Wiedereintritt zu liefern.Obwohl der Begriff „unkontrollierter Wiedereintritt“ alarmierend klingen mag, ist das Risiko für Menschen und Eigentum statistisch gesehen winzig. Die überwiegende Mehrheit des Satelliten wird voraussichtlich aufgrund der intensiven Hitze und Reibung beim atmosphärischen Eintauchen verbrennen und verdampfen. Einige dichte und widerstandsfähige Komponenten, wie zum Beispiel Treibstofftanks oder Teile seiner aus Titan gefertigten Instrumente, könnten jedoch die feurige Reise überstehen und die Oberfläche erreichen. Da über 70 % der Erde von Wasser bedeckt sind und ein Großteil ihrer Landmasse unbewohnt ist, sind die Wahrscheinlichkeiten, dass Trümmer Schaden verursachen, außergewöhnlich gering. Für die wissenschaftliche Gemeinschaft wird das unvermeidliche Ende von Swift ein Moment der Reflexion über eine Mission sein, die unsere Sicht auf das dynamische und gewalttätige Universum grundlegend verändert hat.

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