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Ankaras F-35-Ambitionen durch anhaltenden S-400-Streit mit Washington auf Eis gelegt
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Robert Hayes
vor 1 Woche7 Min. Lesezeit
WASHINGTON – Trotz einer jüngsten Entspannung der Beziehungen, die durch die Genehmigung eines wichtigen F-16-Kampfjetverkaufs gekennzeichnet ist, bleibt Ankaras lang gehegter Wunsch, wieder am F-35-Tarnkappenjägerprogramm teilzunehmen, fest auf Eis gelegt. Das Kernproblem, ein scheinbar unlösbarer Streit über Ankaras Erwerb des russischen S-400-Luftabwehrsystems, definiert weiterhin die strategische Fehlausrichtung zwischen den beiden NATO-Verbündeten. Während der jüngste Verkauf von 40 neuen F-16-Jets und Modernisierungspaketen für die bestehende türkische Flotte ein gewisses Maß an pragmatischer Zusammenarbeit signalisierte, betonen Beamte in Washington, dass ein Weg zurück in das F-35-Konsortium unmöglich ist, solange die S-400 auf türkischem Boden verbleibt.Der Bruch in der Verteidigungszusammenarbeit reicht bis ins Jahr 2019 zurück, als die Trump-Administration die Türkei formell aus dem multinationalen F-35 Joint Strike Fighter-Programm ausschloss. Dieser Schritt war nicht nur strafend, sondern wurzelte in tiefen Sicherheitsbedenken, die in der gesamten NATO-Allianz geteilt wurden. Die Türkei, ein ursprünglicher Partner im Programm, hatte nicht nur den Kauf von über 100 dieser fortschrittlichen Flugzeuge geplant, sondern war auch ein wichtiger Produktionspartner, der Hunderte von wesentlichen Teilen für den Jet herstellte. Die Entscheidung, Ankara auszuschließen, traf sowohl die Modernisierungspläne der türkischen Luftwaffe als auch ihre Rüstungsindustrie hart. Der Kern des Streits war Ankaras Beharren auf dem Kauf und der Aktivierung der S-400, eines hochentwickelten russischen Boden-Luft-Raketensystems, von dem US- und NATO-Beamte befürchteten, dass es die Tarnkappenfähigkeiten der F-35 durch das Sammeln sensibler Daten über ihre Radarsignatur kompromittieren könnte.Washingtons Reaktion war eindeutig. Unter Berufung auf den Countering America's Adversaries Through Sanctions Act (CAATSA) stoppten die USA nicht nur die Lieferung von fertiggestellten F-35-Jets, die für die Türkei bestimmt waren, sondern verhängten auch Sanktionen gegen ihre Rüstungsbeschaffungsbehörde. Das Pentagon unternahm schnell Schritte, um die von türkischen Firmen zuvor hergestellten Komponenten von anderen Partnern zu beziehen, ein komplexer und kostspieliger Prozess, der die Ernsthaftigkeit des Bruchs unterstrich. Seit Jahren setzt sich Ankara für eine Umkehrung ein und argumentiert, dass das S-400-System unabhängig arbeiten und keine Gefahr für NATO-Assets darstellen würde. Dieses Argument konnte jedoch die politischen Entscheidungsträger in Washington nicht überzeugen, wo der parteiübergreifende Konsens gegen die Aufnahme der S-400 bemerkenswert solide geblieben ist.Die jüngste Genehmigung des 23 Milliarden Dollar schweren F-16-Deals war eine bedeutende diplomatische Entwicklung, aber sie war transaktionaler Natur. Die Biden-Administration und wichtige Kongressabgeordnete verbanden den Verkauf ausdrücklich mit der Ratifizierung der NATO-Mitgliedschaft Schwedens durch die Türkei, einer strategischen Priorität für die Allianz nach der Invasion der Ukraine durch Russland. Ankaras endgültige Zustimmung ebnete den Weg für den Kampfjetverkauf und löste damit einen wichtigen Reibungspunkt. US-Beamte haben jedoch sorgfältig darauf geachtet, dies als separates Thema von der F-35-Blockade darzustellen. Die F-16 werden als notwendiges Übergangsmittel angesehen, um die Interoperabilität der Luftwaffe eines wichtigen Verbündeten aufrechtzuerhalten, nicht als Sprungbrett für die Wiedereingliederung der Türkei in das Eliteprogramm für fünfte Generationen-Kampfjets.Die breitere regionale Dynamik, insbesondere die Sicherheitsbedenken anderer US-Verbündeter, erschwert die strategische Kalkulation. Israel, das eine eigene, angepasste Variante der F-35 betreibt, ist seit langem besorgt über die wachsende militärische Durchsetzungskraft der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Die Aussicht, dass Ankara denselben fortschrittlichen Tarnkappenjäger einsetzt, war eine Quelle der Besorgnis in Jerusalem und fügte eine weitere Ebene diplomatischer Komplexität für Washington hinzu. Das empfindliche Gleichgewicht der militärischen Macht im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten bedeutet, dass jede Entscheidung bezüglich F-35-Verkäufen ein erhebliches geopolitisches Gewicht über die bilaterale Beziehung zwischen den USA und der Türkei hinaus hat.Mit Blick auf die Zukunft scheint die F-35-Frage ein bestimmtes Merkmal der US-türkischen Allianz zu bleiben. Die offizielle amerikanische Haltung ist klar: Die Türkei muss sich vollständig von dem S-400-System trennen, bevor Gespräche über das F-35-Programm wieder aufgenommen werden können. Für Ankara würde dies eine bedeutende politische Zugeständnis und eine Umkehrung einer wichtigen strategischen Entscheidung bedeuten. Solange diese grundlegende Meinungsverschiedenheit fortbesteht, wird sich die Türkei außen vor sehen und mit aufgerüsteten Viertgenerationsjägern ausgestattet sein, während ihre regionalen Rivalen und NATO-Partner die fortschrittlichsten Tarnkappenflugzeuge der Welt betreiben. Die F-35 ist mehr als nur ein Flugzeug; sie ist ein Symbol für eine tiefere strategische Ausrichtung, die Ankara vorerst unerreichbar bleibt.
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