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Sonstiges

Johnson & Johnson bietet 6,48 Milliarden Dollar zur Beilegung von Klagen wegen talkumbedingter Krebserkrankungen an

LA
Laura Bennett
vor 4 Wochen
Johnson & Johnson hat einen neuen, umfassenden Vergleichsvorschlag in Höhe von rund 6,48 Milliarden Dollar vorgelegt, um Zehntausende von Klagen beizulegen, in denen behauptet wird, dass seine talkumhaltigen Produkte Eierstockkrebs und Mesotheliom verursacht hätten. Dieses jüngste Angebot, das auf früheren Versuchen aufbaut, langwierige Rechtsstreitigkeiten abzuschließen, zielt darauf ab, eine definitive Lösung durch einen vorab ausgearbeiteten Insolvenzantrag für seine Tochtergesellschaft LTL Management zu erreichen. Der Schritt unterstreicht die Entschlossenheit des Pharmakonzerns und Konsumgüterriesen, sich endgültig aus Rechtsstreitigkeiten zu befreien, die sich über Jahrzehnte erstrecken und seine Markenreputation und finanzielle Aussichten erheblich beeinträchtigt haben.Die Saga begann mit Behauptungen, dass J&Js ikonisches Babypuder und andere Talkumprodukte Asbest enthielten, was zu verschiedenen Krebsarten führte. Das Unternehmen hat diese Anschuldigungen stets bestritten und erklärt, seine Talkumprodukte seien sicher und asbestfrei. Die schiere Menge der Klagen, die inzwischen 60.000 übersteigt, hat jedoch eine immense rechtliche und finanzielle Belastung verursacht. Frühere Versuche von J&J, diese Haftung zu managen, einschließlich des umstrittenen „Texas Two-Step“-Manövers, bei dem das Unternehmen seine Talkumschulden in LTL Management ausgliederte und LTL dann in die Insolvenz schickte, stießen auf erheblichen Widerstand vonseiten der Klägeranwälte und wurden schließlich von Bundesberufungsgerichten abgewiesen. Diese Gerichte betrachteten die Insolvenzanträge als böswillig, darauf ausgelegt, J&Js Vermögenswerte zu schützen, anstatt Ansprüche ehrlich zu regeln.Dieses neue Angebot stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber früheren Vorschlägen dar, einschließlich eines Pakets von 2 Milliarden und 5,5 Milliarden Dollar, die nicht genügend Unterstützung erhielten. Die Summe von 6,48 Milliarden Dollar zielt speziell auf die Eierstockkrebsfälle ab, die die überwiegende Mehrheit der Fälle ausmachen, und würde über 25 Jahre ausgezahlt. Entscheidend ist, dass J&J die Zustimmung von mindestens 75 % der berechtigten Anspruchsteller für diesen vorab ausgearbeiteten Insolvenzplan anstrebt. Wenn dies gelingt, würde dieser Mechanismus es dem Insolvenzgericht ermöglichen, alle aktuellen und zukünftigen Talkumansprüche zu konsolidieren und zu regeln, individuelle Rechtsstreitigkeiten zu übertrumpfen und einen einheitlichen Vergleichsrahmen zu schaffen. Das Unternehmen hat bereits unverbindliche Zusagen von einer beträchtlichen Anzahl von Klägern erhalten, was einen möglichen Weg nach vorne signalisiert.Der Genehmigungsprozess für einen solch komplexen Vergleich in Milliardenhöhe ist mit Herausforderungen verbunden und erfordert die Navigation durch mehrere juristische Ebenen. Selbst wenn die Mehrheit der Kläger zustimmt, könnten abweichende Stimmen unter den Anspruchstellergruppen und ihren Rechtsvertretern immer noch erhebliche Hürden darstellen und jede Genehmigung durch das Insolvenzgericht zu höheren Bundesgerichten, einschließlich des U.S. District Court und der Circuit Courts of Appeals, anfechten. Die rechtlichen Präzedenzfälle aus früheren Ablehnungen von J&Js Insolvenzstrategien bedeuten, dass der aktuelle Vorschlag des Unternehmens noch genauer unter die Lupe genommen wird, insbesondere im Hinblick darauf, ob er wirklich eine faire und gerechte Lösung für alle betroffenen Parteien bietet.Für Johnson & Johnson stehen die Einsätze außergewöhnlich hoch. Eine Überwindung des Talkumrechtsstreits würde eine erhebliche Unsicherheit beseitigen, die seit Jahren auf seinen Aktienkurs und seine Unternehmensstrategie lastet. Es würde dem Unternehmen auch ermöglichen, erhebliche Ressourcen von der Rechtsverteidigung in Innovation und Wachstum umzuleiten. Für die Zehntausenden von Klägern, von denen viele mit schweren Krankheiten kämpfen, stellt der Vergleich die Möglichkeit einer lang ersehnten Entschädigung dar. Die Balance zwischen der Annahme einer schnellen, wenn auch potenziell geringeren Auszahlung und der Verfolgung individueller Prozesse mit ungewissem Ausgang bleibt jedoch ein umstrittener Punkt innerhalb der Anspruchstellergemeinschaft. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob dieses jüngste Angebot endlich ein endgültiges Ende für eine der größten Massenklagen in der US-Geschichte bringt.

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