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Kalifornien zielt auf dröhnende Werbespots ab, erweitert TV-Werbelautstärke-Regeln auf Streaming-Dienste

RO
Robert Hayes
vor 2 Wochen7 Min. Lesezeit
Zuschauer, die zur Fernbedienung greifen, um störend laute Werbespots während ihrer Lieblings-Streaming-Sendungen stummzuschalten, könnten bald Erleichterung finden – dank einer neuen Gesetzgebung in Kalifornien. Gouverneur Gavin Newsom hat den Gesetzesentwurf 427 (Assembly Bill 427) unterzeichnet, eine Maßnahme, die darauf abzielt, die Lautstärke von Werbeanzeigen auf Streaming-Plattformen wie Netflix, Hulu und Max zu begrenzen. Das Gesetz, das am 1. Juli 2026 in Kraft tritt, erweitert die seit langem für Rundfunk- und Kabelfernsehen etablierten Verbraucherschutzbestimmungen auf die schnell dominierende Welt der digitalen On-Demand-Unterhaltung und schreibt vor, dass die Lautstärke der Werbespots mit der der unterbrochenen Sendungen übereinstimmen muss.Das Problem plötzlich lauter Werbespots ist ein bekanntes Ärgernis, das bereits vor der Streaming-Ära existierte. Im Jahr 2010 begegnete der US-Kongress diesem Problem für das traditionelle Fernsehen, indem er den Commercial Advertisement Loudness Mitigation (CALM) Act verabschiedete. Dieses Bundesgesetz verpflichtete Rundfunkanstalten und Kabelnetzbetreiber sicherzustellen, dass Werbespots die gleiche durchschnittliche Lautstärke wie die sie begleitenden Sendungen hatten, wodurch das Wettrüsten beendet wurde, bei dem Werbetreibende die Audiopegel erhöhten, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Formulierung des CALM Acts umfasste jedoch nicht explizit internetbasierte Streaming-Dienste, wodurch eine Regulierungslücke entstand, die immer offensichtlicher wird, da immer mehr Haushalte auf Kabel verzichten und ihre Sehgewohnheiten online verlagern.Das neue kalifornische Gesetz, das von der Abgeordneten Jacqui Irwin gesponsert wurde, befasst sich direkt mit dieser modernen Ausprägung des Problems. Es verlangt von jedem Unternehmen, das in Kalifornien einen Streaming-Dienst mit kostenpflichtigen Abonnements anbietet, dieselben technischen Standards einzuhalten, die im föderalen CALM Act dargelegt sind. Insbesondere bezieht es sich auf die "A/85 Recommended Practice" des Advanced Television Systems Committee (ATSC), eine detaillierte Richtlinie zur Messung und Kontrolle der Audiolautstärke. Gemäß den neuen Regeln wird der kalifornische Generalstaatsanwalt befugt sein, Beschwerden zu untersuchen und rechtliche Schritte einzuleiten, einschließlich der Verhängung zivilrechtlicher Strafen, gegen jeden Streaming-Anbieter, der gegen das Gesetz verstößt. Der zweijährige Zeitraum bis zum Inkrafttreten des Gesetzes soll Unternehmen ausreichend Zeit geben, ihre Werbeauslieferungssysteme zu aktualisieren und die Einhaltung zu gewährleisten.Die Herausforderung für Streaming-Giganten wird sowohl technischer als auch logistischer Natur sein. Im Gegensatz zu einem traditionellen Rundfunknetz mit einer zentralisierten Hauptkontrolle verlassen sich Streaming-Dienste oft auf komplexe, dynamische Technologien zur Werbeeinblendung. Werbespots können von einer Vielzahl von Agenturen und Produktionshäusern stammen, die jeweils unterschiedliche Audiomisch- und Kompressionsstandards verwenden. Um das Gesetz einzuhalten, müssen die Plattformen robuste, automatisierte Audio-Normalisierungsprozesse implementieren, die jeden einzelnen Werbespot in ihren riesigen Beständen in Echtzeit analysieren und anpassen können. Dies erfordert erhebliche Investitionen in Technologie und Anpassungen der Arbeitsabläufe, um zu verhindern, dass laute Werbespots durchrutschen.Für die Branche stellt das kalifornische Gesetz einen bedeutenden regulatorischen Schritt dar, der einen nationalen Präzedenzfall schaffen könnte. Als größter Medienmarkt in den Vereinigten Staaten beeinflussen die Vorschriften Kaliforniens oft die Standards, die anderswo übernommen werden, entweder durch ähnliche staatliche Gesetzgebung oder indem sie Unternehmen dazu veranlassen, die Regeln im ganzen Land anzuwenden, um die operative Einfachheit zu gewährleisten. Obwohl Streaming-Dienste sich nicht ausführlich zu dem Gesetzentwurf geäußert haben, haben Industriegruppen historisch die Selbstregulierung gegenüber staatlichen Vorgaben bevorzugt. Die Beharrlichkeit der Verbraucherbeschwerden hat die Gesetzgeber jedoch eindeutig zum Handeln gezwungen.Das ultimative Ziel von AB 427 ist es, ein nahtloseres und weniger störendes Seherlebnis zu schaffen. Für Millionen von Abonnenten bedeutet dies ein Ende des hektischen Greifens nach dem Lautstärkeregler, wenn eine ruhige dramatische Szene von einem dröhnenden Auto-Werbespot zerrissen wird. Während die Frist im Jahr 2026 näher rückt, werden alle Augen auf die Streaming-Branche gerichtet sein, um zu sehen, wie sie sich an die neue Audiolandschaft anpasst, und auf die staatlichen Regulierungsbehörden, um zu sehen, wie energisch sie ein Gesetz durchsetzen, das darauf abzielt, ein wenig mehr Ruhe ins Wohnzimmer zu bringen.
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