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Das Geduldspiel der Federal Reserve: Der dornige Weg zur Inflation unter 3 %

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Ethan Brown
vor 15 Stunden7 Min. Lesezeit
WASHINGTON – Nach einer Periode aggressiver geldpolitischer Straffung, die die höchste Inflation seit vier Jahrzehnten erfolgreich eingedämmt hat, steht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nun vor einer nuancierteren und langwierigeren Herausforderung: die Wirtschaft auf ihr langfristiges Preisstabilitätsziel zu steuern. Obwohl der Höhepunkt der Inflationskrise überschritten ist, erweist sich der Weg, den Verbraucherpreisindex (VPI) nachhaltig unter 3 % zu senken – ein wichtiger psychologischer und wirtschaftlicher Meilenstein auf dem Weg zum offiziellen Ziel der Zentralbank von 2 % – als komplexer Kampf gegen hartnäckige wirtschaftliche Kräfte, dessen Zeitrahmen sich weit in die kommenden Jahre erstreckt.Die im März 2022 begonnene Kampagne der Zentralbank umfasste eine der rasantesten Zinserhöhungsreihen ihrer Geschichte, die den Leitzins von nahe Null auf über 5 % anhob. Diese entschlossene Maßnahme wirkte wie beabsichtigt und kühlte eine überhitzte Wirtschaft ab, indem sie die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen erhöhte. Die anfänglichen Ergebnisse waren dramatisch. Die Kerninflation, die Mitte 2022 mit über 9 % ihren Höchststand erreichte, ist erheblich gesunken, da sich die Lieferketten entwirrten, die Energiepreise stabilisierten und die Nachfrage nach Waren nachließ. Dieser anfängliche Erfolg war jedoch die „niedrig hängende Frucht“ im Kampf gegen die Inflation.Nun konzentrieren sich politische Entscheidungsträger und Ökonomen auf die sogenannte „letzte Meile“, die sich als weitaus mühsamer erweist. Das Haupthindernis ist die hartnäckige Dienstleistungsinflation, die weniger empfindlich auf Zinserhöhungen reagiert als die Warenpreise. Wichtige Komponenten wie Wohnkosten, Versicherungen und medizinische Dienstleistungen bleiben erhöht. Diese Zähigkeit ist eng mit dem widerstandsfähigen Arbeitsmarkt verbunden. Trotz der höheren Zinssätze ist die Arbeitslosigkeit historisch niedrig geblieben, was zu einem robusten Lohnwachstum geführt hat. Während dies für die Arbeitnehmer vorteilhaft ist, kann dieser anhaltende Lohndruck direkt zu höheren Dienstleistungspreisen führen und eine schwierige Rückkopplungsschleife für die Fed schaffen, die sie nicht ohne erhebliche Arbeitsplatzschäden durchbrechen kann.Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, und andere Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) haben wiederholt einen „datenabhängigen“ Ansatz betont und signalisiert, dass sie es nicht eilig haben, den Sieg zu erklären oder die Zinssätze vorzeitig zu senken. Die Befürchtung ist, dass eine zu frühe Lockerung der Politik den Inflationsdruck wieder entfachen und die hart erkämpften Fortschritte zunichtemachen und die Glaubwürdigkeit der Zentralbank schädigen könnte. Diese vorsichtige Haltung bedeutet, eine restriktive Geldpolitik beizubehalten – die Zinsen „länger höher“ zu halten –, bis klare und überzeugende Beweise dafür vorliegen, dass die Inflation auf einem festen Abwärtstrend in Richtung des 2 %-Ziels ist. Dieses heikle Gleichgewicht erfordert die Bewältigung der doppelten Risiken, entweder die Inflation nicht zu unterdrücken oder zu stark zu straffen und die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen.Der Ausblick der Ökonomen für den Weg bis 2026 ist zunehmend gespalten. Optimisten verweisen auf die fortlaufende Normalisierung der Wirtschaft und glauben, dass die Inflation weiter langsam zum Ziel sinken wird, da die Mietdesinflation ihren Weg durch die offiziellen Daten findet und sich der Arbeitsmarkt allmählich abkühlt. Dieses Szenario sieht eine begehrte „sanfte Landung“ vor, bei der Preisstabilität ohne einen größeren Wirtschaftsabschwung erreicht wird. Ein skeptischeres Lager warnt jedoch, dass strukturelle Faktoren, darunter geopolitische Instabilität, die die Rohstoffpreise beeinflusst, sich verschiebende globale Handelsmuster und die heimische Fiskalpolitik, die Inflation hartnäckig über dem Ziel der Fed halten könnten.Letztendlich wird es, ob die USA bis Mitte 2026 eine Inflation von unter 3 % erreichen können, von einer Konstellation von Faktoren abhängen. Die geldpolitischen Entscheidungen der Fed werden weiterhin von größter Bedeutung sein, aber externe Schocks und die Widerstandsfähigkeit der heimischen Wirtschaft werden gleichermaßen entscheidende Rollen spielen. Die kommenden Monate mit Daten zu Beschäftigung, Konsumausgaben und Preisindizes werden intensiv auf Hinweise über die zugrunde liegende Dynamik der Wirtschaft untersucht. Vorerst verfolgt die Federal Reserve eine geduldige, langfristige Strategie, voll und ganz bewusst, dass die letzte Phase ihres Inflationskampfes die schwierigste und unvorhersehbarste sein mag.
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